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Geplante Filialschließungen der Sparkasse KölnBonn
Anfrage, Köln
AN/1705/2009
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Rat
Datum der Sitzung 19.11.2009
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters,
wir bitten Sie, folgenden Anfrage auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 19.11.2009 zu setzen:
Die Sparkasse KölnBonn plant 22 Filialen zu schließen. Zehn der betroffenen Geschäftstellen befinden sich im Stadtgebiet von Köln. Die bestehende Dichte der Filialen ist innerhalb des Stadtgebiets stark unterschiedlich. So ist festzustellen, dass die Dichte der Filialen im Kölner Norden sowie im rechtsrheinischen Köln wesentlich geringer ist als im linksrheinischen Innenstadtbereich und in den südlichen Stadtteilen Sülz, Klettenberg und Lindenthal. Die geplanten Schließungen würde die Tendenz der ungleichen Verteilung der Filialen verstärken, da beispielweise die Filialen Esch, Longerich und Sechzigstraße im Kölner Norden betroffen sind. Die Sparkasse KölnBonn hat als stadtnahes Unternehmen im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge Verantwortung für eine ortsnahe Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen vorzuhalten. Insbesondere ältere Menschen und MitbürgerInnen mit einem Mobilitätshandicap sind auf eine Sparkasse in Wohnortnähe angewiesen. Für Seniorinnen und
Senioren ist die Finanzabwicklung oft eine sensible Angelegenheit, die ein persönliches Gespräch mit einer qualifizierten Fachkraft bedarf. Eine unbesetzte Servicestelle ist hierzu keine Alternative. Grundsätzlich steht DIE LINKE. der Schließung von Filialen kritisch gegenüber. Die Auswahl der Geschäftsstellen, welche geschlossen werden sollen, ist nicht nachvollziehbar. Dementsprechend hat die DIE LINKE. im Rat der Stadt Köln folgende Fragen:
- Welche Kriterien wurden bei der Auswahl der zu schließenden Geschäftstellen zu Grunde gelegt? Wurden z. B. bei den Filialen Kundenstatistiken herangezogen, in welchen Kriterien wie beispielsweise die Häufigkeit des Besuches, das Alter der Kunden und das Anliegen der Kunden erfasst wurde und wurden Prioritäten innerhalb der Gruppe der Kriterien festgelegt?
- Die Sparkassenfilialen in Grengel und Weiß sollen gegenüber der ursprünglichen Planung nicht sofort, sondern nunmehr erst in einem Jahr geschlossen werden. Welche Überlegungen haben zu dieser Entscheidung geführt? Welche Kriterien liegen in Weiß bzw. in Grengel vor, die an den anderen acht Standorten nicht vorliegen?
- Wurden im Vorfeld des Schließungsbeschlusses Gespräche mit Interessenvertretern der Menschen geführt, die unter der Ausdünnung des Filialnetzes am meisten leiden werden, z.B. den Seniorenvertretungen und den Behindertenverbänden? Gibt es bei dem stadtnahen Geldinstitut Mindeststandards bezüglich der Versorgung in der Fläche auf die Bevölkerungszahl gerechnet und wenn ja, für wie viel Einwohner steht eine mit Personal ausgestattete Filiale zur Verfügung bzw. wie viel Fläche muss diese haben?
- Wurden bei den Schließungsplänen Vergleiche der Versorgungsquote mit anderen Kommunen und deren kommunalen Geldinstituten angestellt? Wenn ja, mit welchen, und was haben diese Vergleiche ergeben?
- Wie wirkt sich die Schließung der Filialen auf das Betriebsergebnis der Sparkasse KölnBonn aus und mit wie vielen Kundenabgängen rechnet das Geldinstitut durch die Schließungen?
Mit freundlichen Grüßen;
Jörg Detjen, Fraktionssprecher
Gisela Stahlhofen, Fraktionssprecherin
