Schulausschuss verschafft sich Überblick über Schulcontainer
Der Schulraummangel in Duisburg wird zu einem immer größeren Problem für die Stadt. Auf den dramatischen Platzmangel an den Schulen reagiert die Verwaltung seit Jahren mit dem Aufbau immer neuer Schulcontainer. Selbst die Politik scheint hier mittlerweile den Überblick verloren zu haben. Daher beschloss der Schulausschuss nun einstimmig einen Antrag der Linksfraktion, wonach der Ausschuss regelmäßig über den aktuellen Stand der Aufstellung von Containern informiert werden soll. Barbara Laakmann, schulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, erklärt dazu: „Mit einem regelmäßigen Sachstandsbericht erhalten wir als Politiker*innen sowie die Öffentlichkeit endlich einen fortlaufenden Überblick über die Anzahl und Kosten von Schulcontainern, die Gründe für die Aufstellung sowie die Orte und Länge der Aufstellung. Denn mittlerweile zeigt sich, dass die Container entgegen den ursprünglichen Planungen zunehmend zur Dauereinrichtung werden.“
„Mehr als 100 Container, Erweiterungen durch Dependancen, Erhöhungen von Zügigkeiten und Klassenstärken bis die Schulen aus allen Nähten platzen sowie zeit- und kostenintensive Bustransfers von Grundschüler*innen zeigen das ganze Ausmaß der verfehlten Schulpolitik in Duisburg. Seit Jahren müssen wir uns die immer gleichen Ausreden und Durchhalteparolen von SPD und CDU anhören: Es ist kein Geld vorhanden, es gibt keine geeigneten Grundstücke, wir haben jetzt eine Schulbaugesellschaft, die statistischen Zahlen bilden nicht die reale Situation ab, die Einschulungszahlen werden schon irgendwann wieder zurückgehen. Wir erleben hier gerade auf unverantwortliche Weise ein Versagen von Politik und Verwaltung, wie ich es kaum für möglich gehalten hätte, so Laakmann.“
Mit drastischen Worten warnt Laakmann daher: „Seit Jahren schlittert die Stadt sehenden Auges in den Bildungskollaps. Hier wird auf Kosten einer ganzen Generation von Kindern der Schulsektor heruntergewirtschaftet. Mehr als 20 % aller Schüler*innen in Duisburg erreichen entweder gar keinen Abschluss oder maximal einen Hauptschulabschluss. Jahr für Jahr verlassen zehn Prozent der Schüler*innen mit ausländischem Pass die Schule ohne einen Abschluss. Ihre Träume dürften zermahlen werden in einer Endlosschleife aus prekärer, schlecht bezahlter Beschäftigung und der Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen. Armut und Unsicherheit dürften zukünftig ihr Leben bestimmen. Anstatt neue Schulen zu bauen, verbauen wir den Kindern in Duisburg ihre Zukunft und ihre Lebensperspektiven. Deshalb kann ich nur eindringlich an SPD und CDU appellieren, gebt eure Verweigerungshaltung auf. Packt es endlich an und beschließt den Bau neuer Schulen in Duisburg, um den Schüler*innen das bestmögliche Lernumfeld zu ermöglichen.“
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