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Fraktion DIE LINKE. in der BV Köln-Kalk

Kleingärten sind KEIN Bauland!

HP Fischer
Porträt HP Fischer

In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger (online veröffentlicht Freitag 20.03.2020) schlägt der Vorsitzende des Kölner Mietervereins, Franz-Xaver Corneth (CDU) vor, auf dem Gelände heutiger Kleingärten in Zukunft Wohnungen zu bauen. Wörtlich heißt es:
„Wir nehmen die Grundstücke auf denen sich heute Kleingärten befinden und bauen dort klimagerechte Wohnungen – unter der Berücksichtigung von Frischluftschneisen, mit Dachbegrünung, mit Wasser. Die Kleingärtner würden im Gegenzug neue Grundstücke bekommen. Die städtischen Friedhöfe sind heute überhaupt nicht mehr ausgelastet und haben riesige Freiflächen, dort könnte man sie problemlos ansiedeln.“
DIE LINKE in der Bezirksvertretung Kalk sieht das völlig anders. Wohnungsbau und Kleingartenanlagen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Problemverlagerung anstatt Problemlösung wäre die Folge. Die von der TU Darmstadt mitgetragene „Deutschlandstudie 2019“ macht deutlich, dass Wohnungen auch ohne Überbauung von Kleingartenanlagen oder anderer öffentlicher Freiflächen geschaffen werden können: Aufstockung und Umnutzung von Nichtwohngebäuden werden als Lösungen herausgestellt. Mit dem unlängst vorgelegten Weißbuch „Grün in der Stadt“ hat selbst die Bundesregierung deutlich gemacht, dass die Stärkung und städtebauliche Förderung urbaner grüner Infrastruktur vor allem in den Wohnquartieren wichtig ist.
Fraktionsvorsitzender HP Fischer dazu:
„Herr Corneth mag Ahnung vom Mietrecht haben, mit Umwelt- und Klimaschutz jedenfalls kennt er sich nicht aus. Kleingärten sind wesentlich effektiver zur Verbesserung des Stadtklimas, als das seine Häuser mit Dachbegrünung und Wasser je könnten.“
Für Städte und Gemeinden sind Kleingartenanlagen ein echter Zugewinn. Die kleinen Oasen inmitten stark verdichteter Räume führen zu einem hohen Durchgrünungsgrad im Stadtgefüge. Wohnungsnahe Grün- und Erholungsflächen sorgen für eine hohe Lebensqualität in den Städten und Gemeinden. Darum gehören Kleingartenanlagen wie öffentliche Parks, Spielplätze, Grünflächen oder Friedhöfe zur kommunalen grünen Infrastruktur. Sie sind deshalb auch für Anwohner ohne eigene Parzelle attraktive Orte der Naherholung und Entschleunigung.
Kleingärten leisten einen positiven Beitrag zum städtischen Klima. Als Frischluftschneisen sorgen sie für Abkühlung, lassen Niederschläge in unversiegelte Böden versickern und binden Staub und Feinstaub.
So fordert DIE LINKE in der BV Kalk auch, dass es für jeden Stadtteil Kleingärten geben muss und eine Quote von 1,5 Kleingärten pro 100 Einwohnerinnen erfüllt wird. Der Stadtteil Neubrück zum Beispiel hat keine Kleingärten, obwohl es hier Grundstücke gibt, die auf absehbare Zeit nicht bebaut werden dürfen und im Eigentum der stadtnahen Wohnungsbaugesellschaft GAG sind. Hier könnte kurzfristig gehandelt werden.
Fischer weiter:
„Wir hatten ja bereits vorgeschlagen, dass die Stadt mit der GAG verhandeln soll und ihr im Tausch Baugrund geben soll. So könnten zum einen Wohnungen entstehen und zum Anderen Naherholung für die Einwohnerinnen von Neubrück. Auch die Möglichkeiten für Schul-, KiTa-, Senioren- und Gemeinschaftsgärten böten sich hier.“


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