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Fraktion DIE LINKE. im Kreistag Wesel

Änderungsantrag zu TOP 16 der Sitzung des Kreisausschusses am 19. März 2020 Pflegeausbildung stärken, Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit unterstützen

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,
zur oben genannten Sitzung stellen wir folgenden Änderungsantrag.
1. Der Kreistag verfolgt das Ziel, die Ausbildungskapazitäten für staatlich anerkannte Altenpflegerinnen und
Altenpfleger an der Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit zu erhöhen.
2. Der Kreistag legt Wert darauf, dass pflegebedürftige Menschen von staatlich anerkannten
Altenpflegerinnen und Altenpflegern sowie anderen examinierten Fachkräften betreut werden.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, für die Berufsfachschule für Pflege und Gesundheit ein Konzept für eine
zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit (u. a. eigene Webseite, Aufbau von Social-Media-Angeboten, Werbeflyer
und -veranstaltungen) zu entwickeln und den zur Umsetzung notwendigen Finanzbedarf zum nächsten
Sitzungszug darzulegen.
Begründung:
Die CDU-Fraktion im Kreistag Wesel will an der qualifizierten Pflege sparen, in dem an der Berufsfachschule
für Pflege und Gesundheit der Ausbildungsgang „Pflegehelfer“ eingeführt werden soll. Dies geht deutlich am
Bedarf und an den Interessen der zu pflegenden Menschen und ihren Angehörigen vorbei.
Schon jetzt richten sich 63 Prozent der offenen Stellen in der Altenpflege an examinierte Fachkräfte. Die ZEIT
berichtete am 7. Juni 2019: „Auf 100 Jobs auf Helferniveau kommen 322 Jobsuchende. Auf 100 offene
Stellen für eine staatlich geprüfte Altenpflegerin aber gerade einmal 19 Kandidatinnen und Kandidaten.“
Notwendig ist es also, die Zahl der staatlich anerkannten Altenpflegerinnen und Altenpfleger zu erhöhen.
Ausbildungskapazitäten müssen ausgebaut werden, die Bezahlung der Fachkräfte muss besser werden, die
Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen verbessert werden. Hier ist insbesondere das CDU-geführte
Bundesgesundheitsministerium in der Pflicht. Die CDU im Kreistag lenkt mit ihrer Orientierung auf die
Einführung einer „Pflegehelfer“-Ausbildung von den realen Problemen im professionellen Pflegebereich ab.
Die Annahme des CDU-Antrags (kurzfristigen Schaffung von Helferjobs) würde den Fachkräften keine
Entlastung verschaffen, sondern das genaue Gegenteil erreichen. Die vorgeschlagene Zerstückelung des
Pflegeprozesses würde dazu führen, dass vollausgebildete Fachkräfte die Pflege planen, strukturieren und
beaufsichtigen während Assistent*innen mit einem niedrigen Anforderungs- und Ausbildungsprofil die
Pflege am Menschen ausführen. Das ist nicht verantwortbar.
Mit freundlichen Grüßen
Sascha H. Wagner
Fraktionsvorsitzender


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