Laubkörbe für Dinslaken Die Linke fordert einen Pilotversuch in stark begrünten Straßen
Nasses Laub auf dem Gehweg ist im Herbst ein echtes Risiko. Wer mit Rollator, Kinderwagen oder Gehstock unterwegs ist, kommt auf einer glatten Laubschicht schnell ins Rutschen. Die Linke Stadtverband Dinslaken fordert deshalb, in Dinslaken Laubkörbe aufzustellen, zunächst als Pilotversuch in Straßen mit hohem Baumbestand.
„Ein Sturz im Herbst kann für einen älteren Menschen das Ende der Selbstständigkeit bedeuten“, sagt Stadtverbandssprecherin Laetitia Knüfer. „Und wer sich auf rutschigen Wegen nicht mehr sicher fühlt, bleibt im Zweifel zu Hause. Sichere Gehwege sind kein Komfortthema, sondern eine Frage der Teilhabe.“
Laubkörbe sind große, offene Behälter, in die Anwohnerinnen und Anwohner das Laub der städtischen Straßenbäume einfüllen können und die von der Stadtreinigung regelmäßig geleert werden. Die Nachbarkommune Moers hat über die ENNI rund 60 solcher Körbe aufgestellt, ausdrücklich mit dem Ziel, verstopfte Gullys zu verhindern, die Straßenreinigung zu entlasten und das Stadtbild sauber zu halten. In Dortmund läuft derzeit ein Modellversuch mit 36 Körben an sieben Straßen, die ein- bis zweimal pro Woche geleert werden.
Für Die Linke spricht noch mehr dafür. Laub, das heute in Kunststoffsäcken landet, könnte direkt in die Verwertung gehen. Verstopfte Straßenabläufe führen bei Starkregen zu überfluteten Straßen und Kellern. Und wer Laubsäcke kaufen muss, zahlt am Ende dafür, dass er das Laub städtischer Bäume wegräumt.
„Viele Menschen kehren ohnehin vor ihrer Tür. Ihnen fehlt nur eine ordentliche Stelle, wo das Laub hinkann, statt eines Haufens am Straßenrand, den der nächste Windstoß wieder verteilt“, so Knüfer. „Wenn das Laub gebündelt an festen Punkten liegt, muss die Stadtreinigung nicht mehr jede Straße einzeln absammeln. Ob sich daraus tatsächlich eine Entlastung ergibt, soll der Pilotversuch zeigen, und genau deshalb fordern wir eine ehrliche Auswertung danach.“
Die Linke betont außerdem, dass es nicht die Bäume sind, die das Problem darstellen. „Jedes Mal, wenn Laub als Ärgernis diskutiert wird, steht irgendwann die Forderung im Raum, Bäume zu fällen“, sagt Knüfer. „Gerade in heißer werdenden Sommern brauchen wir jeden einzelnen Straßenbaum. Dann müssen wir im Herbst eben eine praktische Lösung für das Laub organisieren.“
Die Linke schlägt vor, in der kommenden Laubsaison in ausgewählten Straßen mit starkem Baumbestand Laubkörbe aufzustellen, deren Nutzung für Anwohnerinnen und Anwohner kostenfrei zu halten und die Ergebnisse anschließend im Fachausschuss auszuwerten.
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