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Die Linke im Kreistag Wesel

65 Tote im Jahr, und im Kreistag wird über Zuständigkeiten geredet

Knüfer (Die Linke): 65 Tote im Jahr, und im Kreistag wird über Zuständigkeiten geredet

Wesel, 19. Oktober 2026

Zum neuen Lagebild des Landeskriminalamts zur häuslichen Gewalt erklärt Laetitia Knüfer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion Die Linke und Direktkandidatin für Die Linke im Wahlkreis Dinslaken/Oberhausen-Sterkrade: „67.508 Betroffene in einem Jahr, 65 Tote, bei Mord und Totschlag ein Anstieg um 31 Prozent. Mehr als 180 Menschen täglich, die zu Hause geschlagen, bedroht oder verfolgt werden, und das sind nur die angezeigten Fälle. Diese Zahlen sind kein Lagebild mehr, das sind Hilferufe.“

Knüfer verweist darauf, dass 71,2 Prozent der Betroffenen Frauen sind und mehr als jedes zweite Opfer mit dem Täter zusammenlebt. „Wer mit dem Täter unter einem Dach wohnt, braucht keine Appelle, sondern eine Tür, durch die sie gehen kann. Genau diese Tür fehlt.“

Scharf kritisiert sie, dass der Antrag der Linken für zusätzliche Frauenhausplätze im Kreis Wesel abgelehnt wurde. „Da legt das Land ein Lagebild vor, das jedes Jahr schlimmer wird, und im Kreistag wird unser Antrag abgeräumt. Stattdessen schiebt man sich die Zuständigkeit zwischen Kreis, Kommunen und Land hin und her“, so Knüfer. „Für Frauen, die heute Nacht einen Platz brauchen, ist diese Zuständigkeitsdebatte vollkommen bedeutungslos. Sie stehen vor einem Frauenhaus, das voll ist, und werden in die nächste Stadt verwiesen, weg von Arbeit, Schule und allem, was sie kennen.“ Besonders bitter sei der Appell des Innenministers, Gewalt anzuzeigen.

„Herr Reul hat recht, wenn er sagt, häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Aber wer Betroffene auffordert, sich zu melden, muss auch sagen, wohin“, sagt Knüfer. „Eine Anzeige nützt wenig, wenn die Frau danach wieder in dieselbe Wohnung zurückmuss, weil kein Schutzplatz frei ist. Der Rechtsstaat hat Werkzeuge, aber im Kreis Wesel fehlen die Plätze, das Personal und die verlässliche Finanzierung.“

Die Linke fordert, die Frauenhäuser und Beratungsstellen im Kreis Wesel dauerhaft und auskömmlich zu finanzieren und die Platzzahl an den Vorgaben der Istanbul-Konvention auszurichten. „Wir werden den Antrag erneut einbringen“, kündigt Knüfer an. „Und wir werden jedes Mal daran erinnern, wer ihn abgelehnt hat.“


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